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Um an der Einsatzstelle eine schnelle Erst-Information zu erhalten, ob ein Gefahrstoff vorliegt, können einfache Nachweisverfahren durchgeführt werden.

Messgeräte für den Einsatz bei chemischen Gefahrstoffen

Um an der Einsatzstelle eine schnelle Erst-Information zu erhalten, ob ein Gefahrstoff vorliegt, können einfache Nachweisverfahren durchgeführt werden. Oftmals erfolgt dies mittels Farbumschlag. Es können jedoch keine stoffspezifischen Aussagen gemacht werden. Der Aufwand ist gering und geht schnell von Statten.

Auf folgende einfache Nachweisverfahren greift die Feuerwehr zurück:

pH-Wert-Indikatoren

Der pH-Wert eines Stoffes lässt sich durch Indikatorpapier oder auch Teststäbchen umgehend ermitteln, wobei diese Prüfverfahren  auf Basis von Farbvergleichsskalen einen Rückschluss des pH-Wertes geben.

Öltestpapier

Öltestpapier wird für den Nachweis von Kraftstoffen oder Ölen im Boden oder auch Wasser angewendet.

Lecksuchspray

Mit Hilfe von Lecksuchspray lassen sich kleinere Undichtigkeiten an Gasleitungen oder auch an unter Druck stehenden Behältern nachweisen. Wenn diese mit dem aufgesprühten Lecksuchspray in Verbindung kommen, zeigt sich an der Leckage eine Blasenbildung.

Wassernachweispaste

Unter Zuhilfenahme von Wassernachweispaste lässt sich das Vorhandensein von Wasser unter einer Kraftstoff- oder Ölschicht überprüfen. Die Paste wird auf einem Stab verstrichen und dann in das zu prüfenden Medium gehalten. Kommt die Nachweispaste dabei mit Wasser in Berührung, erfolgt ein Farbwechsel der Paste.

Um einsatztaktisch die richtigen Maßnahmen ergreifen zu können, ist es notwendig weitere Informationen über den Gefahrstoff einzuholen. Hierbei helfen Nachschlagewerke, aber einen sehr wichtigen Bestandteile stellen Messgeräte dar. Hierdurch lassen sich Erkenntnisse  über das Vorhandensein eines Gefahrstoffes einholen bzw. um welche Art eines Gefahrstoffes es sich handelt, sofern dieser bei Eintreffen der Feuerwehr noch nicht genau bekannt ist. Mit Hilfe der Messgeräte lassen sich Konzentrationen ermitteln: dies sowohl an der Einsatzstelle als auch an festgelegten Punkten in der Umgebung des Schadensereignisses. Hierdurch können Maßnahmen ergriffen werden, um die Gefahr abzuwenden, um die eigenen Kräfte zu schützen, aber auch um die Bevölkerung unter Umständen zu warnen.

Bei diesen Nachweisverfahren handelt es sich um folgende Messgeräte:

Prüfröhrchen

Die Prüfröhrchen sind ein gängiges Messverfahren, um bei einem Einsatz gasförmige Schadstoffe in der Luft  zu messen. Für die Messungen werden eine Pumpe mit einem Volumendurchfluss von 50-100 ml je Hub und die dazu gehörigen Prüfröhrchen benötigt. Die Substanz in dem Prüfröhrchen verfärbt sich, sofern der Gefahrstoff gemessen wird. Es lassen sich dabei Stoffgruppen, aber auch einzelne Stoffe überprüfen. Direkt an der Einsatzstelle oder an Messpunkten in der Umgebung können die Messungen vorgenommen werden und geben sofort einen Überblick über das Vorhandensein des Gefahrstoffes und in welcher Konzentration dieser an dem Messpunkt vorliegt.

Spezielle Prüfröhrchen erlauben auch das Messen von Gefahrstoffen in Flüssigkeiten. Hierzu wird das Medium in einem Gefäß isoliert und das Prüfröhrchen hineingestellt. Hierbei ist die Zeitvorgabe des Herstellers zu beachten. Liegt ein Gefahrstoff in dem flüssigen Medium vor, verfärbt sich die Substanz des Prüfröhrchens.

Explosionsgrenzen-Warngeräte

Im Einsatz kann es durch explosionsfähige Stoffe zu einem erhöhten Risiko für die Einsatzkräfte  und die Einsatzsituation kommen. Daher gibt es Warngeräte, die explosionsfähige Gas/Dampf-Luftgemische detektieren können. Diese Ex-Warner verfügen über verschiedene Sensortechniken und Kalibrierungsmöglichkeiten und weisen  unterschiedliche Empfindlichkeiten auf. Dabei wird die "Untere Explosionsgrenze" (UEG) gemessen; wichtig dabei ist aber auch die gleichzeitige Messung des vorhandenen Sauerstoffgehaltes, um eine adäquate Beurteilung der Umgebungsluft vornehmen zu können. 

Elektrochemische Messgeräte

Des Weiteren gibt es Messgeräte, die über Sensoren permanent die Umgebungsluft einsaugen und diese messen. Dabei en die Sensoren insbesondere solche Gefahrstoffe aus, die häufig im Einsatz vorhanden sind, wie z.B. Ammoniak, Ozon, Chlor, Kohlenstoffmonoxid. Gleichzeitig kann mit diesen Messgeräten auch ein möglicher Sauerstoffmangel oder –überschuss nachgewiesen werden. Gefahrstoffe, die häufig in der Umgebungsluft im Einsatz nachgewiesen werden, können mit Hilfe von elektrochemischen Sensoren in Kombinationsgeräten messen, die mit mehreren unterschiedlichen Sensoren ausgestattet sind.

Photoionisationsdetektoren

Photoionisationsdetektoren (PID) sind Geräte zum Spüren und Messen von Gefahrstoffen, wobei diese Geräte kontinuierlich messen und die Ergebnisse direkt anzeigen. Hauptsächlich lassen sich hiermit organische Gase und Dämpfe detektieren. Durch die mitlaufende Messung und sofortige Anzeige der Daten lässt sich umgehend eine Tendenzaussage über die Höhe der Konzentration des Gefahrstoffes in der Luft treffen, sofern sich der vorliegende Gefahrstoff aufgrund des Funktionsprinzips nachweisen lässt. PID´s geben die Summe aller gemessenen (organischen) Gefahrstoffe an; bei bekannten Einzelstoffen sind teilweise auch Konzentrationsgrößenordnungen bestimmbar. Durch die Messung ist jedoch kein Rückschluss auf die Art des Gefahrstoffes möglich, dieser muss den Einsatzkräften bekannt sein. Das Gerät wird optimalerweise zur Leckagesuche eingesetzt.

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